Quo Vadis Ratio?

In erster Linie sind Waffen für Privatpersonen Sportgeräte und zur Jagd benötigte Werkzeuge, als überzeugter Pazifist und ehemaliger Zivildienstleistender lehne ich kategorisch jegliche andere Anwendung ab. In einem Rechtsstaat sollte niemend mehr in die Situation kommen sich gegen Regierungsangehörige wehren zu müssen, aber Verbotsfanatiker öffnen der Diktatur die Hintertür und glauben auch noch so naiv daran etwas Gutes zu tun. Wer keine Waffen mag muss sich keine kaufen, aber wer sie seinen Mitbürgern verbieten will sollte sich vorher bei seriösen Quellen über die Hintergründe informieren und nicht irgendein Hörensagen nachbeten. Etwas verbieten wollen weil es einem nicht gefällt steht auf der gleichen Stufe wie Homo- bzw. Xenophobie und ist schlichte Intoleranz, auch wenn man dafür vermutlich irgendeinen skurril klingenden Euphemismus erfand. Gegen Nazis zu sein ist kein Freibrief die Demokratie aus den Angeln zu heben – ich könnte bei dem braunen Pack auch jedes Mal kotzen, aber in einer gesunden Gesellschaft muss man eben andere Meinungen bis zu einem gewissen Grad akzeptieren, denn sonst hätte man damals den verrückten Österreicher und seine Schergen nicht bekriegen müssen, wenn man nach 70 Jahren Entnazifizierung immer noch alleinig Mittel wie Verleumdung und Sippenhaft als „Endlösung“ für unerwünschte Personen und nonkonformes Verhalten in Betracht zieht. Das bedeutet nicht, dass man nichts gegen organisierte Radikale jeglicher couleur unternehmen sollte, aber es kommt darauf an wie man vorgeht. Ein Faschist kann auch ein Faschist sein wenn er Anzüge trägt und auf die Uni geht, verehrte Herrschaften. Unsere Regierung mag zwar nicht perkekt sein, aber sie schafft es zumindest, dass man in diesem Land noch eine abweichende Meinung haben darf ohne dafür in Lager verschleppt zu werden und das finde ich persönlich sehr entspannend. Wollen wir, dass es weiterhin so bleibt, sollte wieder ein wenig Vertrauen aufgebaut und nicht in jedem Fremden ein potentieller Serienkiller gesehen werden. Die Presse scheint mir mittlerweile nur noch an einer gewinnmaximierenden Quote interessiert zu sein, wenn sie dabei versehentlich Fakten präsentiert ist das vermutlich Zufall denn bei so viel Desinformation und Halbwahrheiten kann von Aufklärung keine Rede sein. Man darf alles glauben aber Glaube heißt nicht Wissen und nur weil man eine vage Vermutung hat die auf einer Aversion gegen unbelebte Gegenstände oder diversen bunt ausgeschmückten Actionmärchen der Sensationspresse basiert hat man noch keine Rechtfertigung unbescholtene Bürger als potentielle Gewaltverbrecher abzutrafen. Für Nazis und solche die glauben keine zu sein gilt die Faustregel von Indiana Jones´ Vater: Idioten sollten Bücher lieber lesen statt sie zu verbrennen. Für die ganz Langsamen bedeutet das: man sollte sich mit einem Thema inhaltlich auseinandersetzen statt es nur verbieten zu wollen.

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