Mir doch Wurst

Heute zum Thema fleischfreier Donnerstag jemandem geschrieben, bin ich denn mit meiner Ansicht so exotisch?

„Allem vorweg: ich bin nicht politisch aktiv, Politik ist für mich ein notwendiges Übel welches so gering wie möglich gehalten werden muss, egal bei welcher Partei und mit welchem System auch immer.
Politiker sind Volksvertreter und als solche sind sie damit beauftragt, die Ideen des Volkes umzusetzen und nicht das Volk zu beherrschen, denn das ist dann nicht mehr im Sinne des Volkes und sollte in einer Republik nicht mehr zur Debatte stehen.
Das derzeitige demokratische System gaukelt den Wählern die Möglichkeit Einfluss zu nehmen nur vor, denn schon seit Jahren verschwimmen die Grenzen zwischen den Parteien und es spielt keine große Rolle mehr, wer die Wahl gewinnt.
Manche Politiker scheinen an Alzheimer zu leiden, da sie schon kurz nach der Wahl vergessen, was sie vorher versprachen, manche scheinen schizophren zu sein, da sie sogar das genaue Gegenteil der Wahlversprechen vollziehen.
Zum eigentlichen Thema:
der fleischfreie Tag muss jedem selbst überlassen bleiben, da keine Person das Recht hat so weitgehend in das Privatleben anderer einzugreifen – genau dieser Punkt unterscheidet eine Republik von einer Diktatur.
Heute fordert man den fleischfreien Donnerstag und alle sagen „halb so wild, ist ja angeblich gesund“ morgen kommen die anderen Sachen und so wird Stück für Stück die Freiheit in diesem Land demontiert.
Manche sind schon beleidigt, wenn man nicht weiß, dass Veganer keinen Käse essen, aber genau diese Trotzköpflein wollen dann anderen vorschreiben, wann sie was essen dürfen?
Mal davon abgesehen, dass die selben Ökos kein Problem damit haben, wenn Regenwald für Mais und andere Pflanzen abgeholzt wird, um damit Bioethanol herzustellen und die Börsenspekulationen mit diesem Material die Nahrungsmittelpreise derart explodieren lassen, dass dagegen die paar stinkenden Kühe vom Burgerking nur noch unter „ferner liefen“ auftauchen, wird sich wohl kaum etwas ändern, wenn wieder mal die Welt am deutschen Wesen genesen soll.
Der Kapitalismus wird gerne für alles verantwortlich gemacht und sicherlich ist dieser auch nicht das Gelbe vom Ei, aber kann man einem Wolf vorwerfen, dass er Beute reißt?
Die Werbebranche lullt den Konsumenten ein und verkauft ihm mit dem Produkt gleichzeitig ein Lebensgefühl – man isst nicht nur Joghurt, man sitzt laut dem Werbespot mit seiner Familie zusammen und genießt gemeinsam ein Stück heile Welt. Man suggeriert dem Konsumenten, dass er seine Unzulänglichkeiten mit dem Erwerb einer Substanz, einer Maschine oder eines Statussymbols nivellieren kann, obwohl es dafür nicht den geringsten Grund gibt. Erst wird das Bedürfnis geschaffen und dann sorgt man großzügig für Nachschub bei der vermeintlichen Lösung.
Das selbe System ist bei Rechten, Grünen, Linken, Konservativen und allen anderen Variationen dieser zu beobachten.
Man sorgt für „mehr Sicherheit“ wo es keine Sicherheit zu besorgen gibt, lenkt aber die Blicke auf Kritiker dieser Vorgehensweise, um parallel dazu von den wichtigen Problemen abzulenken.
So ist das Volk permanent mit sich selbst beschäftigt und merkt gar nicht, wie es Scheibchenweise immer mehr eingeengt, entmündigt, gelenkt und letztlich versklavt wird.
Dieses System war schon den Römern bekannt, es nennt sich „divide et impera“ – teile und herrsche.
Die Hegemonen biedern sich an für mehr Gleichheit zu sorgen, indem die Familien zerreißen und Frauen auch zur Arbeit schicken – die Kinder können so lange in KiTas versorgt werden und sind somit schon von Anfang an dem Einfluss der Regierung ausgesetzt, so wie in der DDR.
Aus einer vermeinltich freundlichen Geste wird somit der Strick um den Hals des gemeinen Bürgers enger gezogen und wer sich dagegen ausspricht, wird als schlechter Mensch denunziert, denn der kann ja nur ein ewiggestriger Frauenhasser sein, ja sogar ein rechtspopulistischer Agitator.
Die billigen Discounterpreise die durch Sklavenarbeit in anderen Ländern ermöglicht werden, sollten eigentlich ein Beispiel dafür sein, wie alles enden wird, wenn die Sozialisten alles gleichgeshaltet haben, denn sämtliche Ditktaturen in denen Kinder Massenware für den Westen schneidern, sind von Sozialismus geprägt, von Indien mal abgesehen.
Es wird immer Ungleichheit geben, denn der Wohlstand des einen wird mit dem Leid der anderen erkauft – so ist der Lauf der Dinge und es wird sich eventuell etwas daran ändern, wenn das Geld völlig verschwindet und damit meine ich sämtliche Währungen/Zahlungsmittel, also das gesamte bisherige uns bekannte Zahlungssystem.
Da dies eine absurde Utopie ist, können wir uns derzeit eben daran erfreuen, dass es uns gut geht und manchen anderen eben nicht – shit happens.
Warum ich davon überzeugt bin?
Ganz einfach: wie wollen ein paar Politiker, die für ein Land mit 80 Millionen Einwohnern zuständig sind, einer Weltbevölkerung von 7 Milliarden zu einem guten Leben verhelfen, wenn sie es jetzt nicht mal auf die Kette kriegen, sich nicht mit einem günstigen Kredit für die Renovierung der neuen Hütte bestechen zu lassen?

Warum wird ein regelrecht übermenschlicher Idealismus vom einfachen Bürger gefordert und warum muss der Bürger einsichtig, zurückhaltend, sparsam, demütig, gehorsam und fügsam sein, wenn sich die vermeintlichen Herrscher selbst benehmen, wie dekadente Römer auf Koks im Bordell?

Der gemeine Bürger möchte für sein Geld kaufen was er will und er hat das absolute Recht dazu, so lange er nicht gegen Gesetze verstößt.
Wer darf denn festlegen, was gekauft und besessen werden darf und was nicht?
Gibt es Ausnahmen für Privilegierte und falls ja, wie sehen die aus und in welchem Umfang wird das der Fall sein?
Ab wann ist man ein Privilegierter und warum?
Wer unterbindet den Schwarzmarkt?
Nicht mal Heroin und Sprengstoff lassen sich kontrollieren, wie sieht es da erst mit Fleisch oder anderen Produkten aus?
Natürlich arbeiten wir nicht nur,damit unsere grundlegenden Bedürfnisse gedeckt werden, denn genau das unterscheidet uns von anderen Lebewesen und sogar diese machen Sachen, die keinen wirklichen Sinn ergeben: es gibt Vögel, die ausschließlich blaue Gegenstände sammeln, um Weibchen anzulocken. Sogar in der Tierwelt gibt es offensichtlich Oberflächlichkeiten, die einfach zur Existenz einer Spezies gehören, ohne einen nachvollziehbaren Sinn machen zu müssen – es ist einfach so.
Es gab vor nicht allzu langer Zeit in Deutschland einen Teil in dem das Leben auf ein überlebensfähiges Minimum reduziert wurde, das nannte sich DDR und ging irgendwann in die Hose, weil die Menschen mehr als nur Mittel zum Zweck sein wollten.
Ich habe keinerlei christliche oder sonstwie religiöse Überzeugung, ich bin Atheist und glaube, dass nach meinem Tod mein Körper von Bakterien und Insekten beseitigt wird, die Knochen zersetzen sich etwas längerfristiger, es sei denn, ein paar Archäologen entdecken mich vorher. Mein Ego jedoch wird da schon lange vergessen sein und es ist so, als ob ich nie existiert hätte.
Meine ethischen Grundsätze lassen sich in einem einzigen Satz zusammenfassen: tue was du willst, ohne anderen dabei zu schaden, es gibt jedoch Nachteile die anderen entstehen werden, nur weil du existierst, damit müssen alle klarkommen, da auch dir Nachteile entstehen, weil andere existieren.

Fazit:
Es gibt keinen einzigen Grund irgendwem vorzuschreiben, was er essen oder nicht essen soll, denn es spielt im Gesamtbild keine Rolle.
Die Welt wird nicht gerettet, weil oberflächliche und selbstgerechte Wohlstandskids ein wenig Reißbrettrebell spielen.
Die leben alle zu sehr in der Theorie und werden bodenständiger als sie es je zu träumen wagten, wenn es ihnen selbst wirklich mal schlecht geht.
Sätze wie „Kühe haben den gleichen Wert wie Menschen“ kommen aus dem Mund von verhaltensgstörten Individuen, die ihre bizarre Gedankenwelt nach außen projizieren und teils sogar gewalttätig werden, wenn man sie nicht beachtet.
Dass eine Kuh nicht den gleichen Wert eines Menschen hat, kann vermutlich jeder bestätigen, der auch nur rudimentäre Ansätze von Empathie in sich birgt, eine Eigenschaft, die diesen selbsternannten Weltrettern gänzlich abhanden kam, auch wenn sie gerne damit angeben, besonders viel davon zu haben, aber wer hörte nicht schon Jugendliche mit der Größe ihres Penisses prahlen, obwohl der Wahrheitsgehalt dieser Aussage in der Regel auch dort in geringen Dimensionen verlaufen ist.

Das alles soll nicht heißen, dass alles jetzt so in Ordnung ist, wie es ist, denn das ist es eben nicht.
Es lässt sich aber auch nicht mit den sozialromantischen Hirngespinsten einiger grüner Hobbydiktatoren lösen, denn die Wirtschaft hat auch hier schon ein altbewähretes Mittel parat: Qualität geht über Quantität.
Warum muss man viel minderwertigen Dreck in sich schaufeln, wenn es auch möglich ist, ein qualitativ hochwertiges Produkt zu genießen?
Die weltweite Nahrungsmittelproduktion reicht aus um 12 Milliarden Menschen zu versorgen, trotzdem hungert eine Milliarde permanent und die Hälfte derer ist direkt oder indirekt an der Nahrungsmittelproduktion beteiligt.
Was also nicht passt, ist die flächendeckende Versorgung und nicht das Konsumverhalten Einzelner, denn selbst wenn ganz Deutschland über Jahre keinen Bissen zu sich nimmt, wird die Welt trotzdem hungern – das ist nicht wegdebattierbar und ändert sich auch nicht mit moralischer Erpressung durch emotionsgeschädigte oder hysterische Essgestörte.

So, das ist so in etwa ein kleiner Einblick zu meinen ersten Gedanken, die mir bezüglich dieser Thematik in den Sinn kamen, es ist noch lange nicht alles, aber es interessiert mich auch nicht wirklich so brennend, da es wichtigere Dinge gibt, als Kantinenfutter.
Ich hoffe, Ihnen ein paar Antworten geliefert zu haben, falls nicht, auch gut – leben und leben lassen 😉 “

Hier noch ein Steak für die Menschen unter den Lesern 😀

Steak

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2 Kommentare zu “Mir doch Wurst

  1. Dino sagt:

    Herrlich! Diese Vorstellung von Welt und Leben finde ich schon bemerkenswert umsichtig.

    • Sarkasmus ist eine Kunst, die nur wenige beherrschen, oft ist kein wirklicher Unterschied zwischen Zustimmung und Ablehnung zu bemerken, weil der Verfasser eines Textes so sehr von der Richtigkeit seiner Worte überzeugt ist, dass er davon ausgeht, die Leser müssten zwangsläufig der selben Ansicht sein.

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