Studie bestäigt: kein kausaler Zusammenhang zwischen Egoshootern und Gewalt

„Zu vermerken, dass ein junger Mann, welcher ein Gewaltverbrechen beging, auch populäre Videospiele wie Call of Duty, Halo oder Grand Theft Auto spielte, ist so sinnlos wie die Feststellung, dass der Kriminelle Socken trug.“

Seit es sie gibt, stehen Egoshooter oder Computer-/Konsolenspiele mit gewalttätigem Inhalt unter Generalverdacht, wenn irgendwo ein Verbrechen begangen wird. Besonders grotesk sind dann noch die Mutmaßungen, wenn der Täter jugendlich ist und
jener solche Spiele besaß – wie sie beinahe alle Jugendlichen besitzen, weil elektronische Spiele schon seit den 90ern keine exotische Randerscheinung einer bizarren Jugendkultur mehr sind, sondern fester Bestandteil der heutigen Gesellschaft.

Wenn also Politiker anno 2014 jedoch immer noch wirr von „Neuland“ faseln, sobald über das Internet debattiert wird oder im Falle von Zensursula das Netz zensieren wollen, aber nicht mal auf Anhieb den Unterschied zwischen Browser und Wechseldatenträger erklären könnten, wundert sich der informierte oder zumindest semikompetente Teil der zivilisierten Welt nicht wirklich, wenn Kasper wie Pfeiffers Schwesterlein (ihres Zeichens Computerexpertin des Kriminologischen Instituts) oder das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden die Mär vom durch „Killerspiele“ hirngewaschenen Psychomonster erfinden um damit in die Schlagzeilen zu kommen, weil sich mit emotional geprägter Hetze eben immer irgendwelche Trottel verängstigen lassen.

Die Crux: das AAW leidet kollektiv unter einem posttraumatischen Stresssyndrom und Pfeiffer spielt selbst gar nicht, sondern lässt spielen und sieht dabei zu.
Die einen sind also nicht wirklich objektiv und die andere urteilt so kompetent wie ein Pubertierender, der nach der mündlichen Schilderung eines Pornos glaubt, alles über das breite Spektrum des Koitus zu wissen.

Fazit: man darf in einer freien Gesellschaft zu allem eine Meinung haben, es besteht jedoch keinerlei Verpflichtung dazu und bei vielen „Experten“ wäre Schweigen mehr als Goldes wert.

Im folgenden LINK wird gezeigt, wie man die Sache professioneller angeht.

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12 Kommentare zu “Studie bestäigt: kein kausaler Zusammenhang zwischen Egoshootern und Gewalt

  1. Hat dies auf Waffen – Waffenbesitzer – Waffenrecht rebloggt und kommentierte:
    Es gibt immer noch Deppen, die einen Zusammenhang zwischen Egoshootern und Amokläufen sehen wollen. Der Minigolfhooligan hat da einen hübschen Artikel und eine Studie dazu.

    Vielleicht sollte man mal eine Studie zu wirklichkeitsfernen Annahmen von Realitätsverweigerern machen ^_^

  2. Solche kruden „Kausalitäts“-Konstruktionen findet man vor allem bei Kindern im Kindergarten-Alter (magisches Denken). Wenn etwas zeitgleich, in Bezug zu etwas anderem auftritt ist es halt eine Korrelation, aber noch lange keine Kausalität. Irgendwie haben sich die Verfechter dieser Theorie wohl nicht weiterentwickelt und sind in der Adoleszenz – oder vorher – steckengeblieben.

    Wunderbare Beispiele von Korrelation ohne Kausalität finden sich auf dieser Webseite: http://www.tylervigen.com

    Wir brauchen dringend ein paar Pflicht-Stunden Statistik im Schulunterricht. Etwas, was Journalisten auch gut zu Gesicht stünde. Die machen dieselben Fehler …

  3. […] veröffentlicht auf Semper Fidelis:“Zu vermerken, dass ein junger Mann, welcher ein Gewaltverbrechen beging, auch populäre […]

  4. Karl Müller sagt:

    Natürlich ist bei solchen bemühten Korrelationen kein Kausalzusammenhang nachweisbar. Das hat allerdings schon aus kriminologischer Sicht eine einfache Erlärung: Alle bisher in D. untersuchten Fälle von „Amok“-Delikten wurden durch Täter verübt, bei denne es sich um stark deviant strukturierte Persönlichkeiten gehandelt hat. Von solchen Gewaltdarstellungen werden gerade die „Kranken“ ganz anders angezogen, als „normal“ (kritische Bezeichung, weiß ich)Strukturierte. Letztere wissen dass es sich nur um einen egoshooter handelt, die „Kranken“ bauen das als real in ihre Welt ein…

    Von „der Politik“ ist keine Hilfe zu erwarten, die ist nur daran interessiert Ereignisse zu eigenen Gunsten zu instrumentalisieren.

    BTW: Unter naturwissenschaftlich orientierten, seriösen Kriminologen gilt der Pfeiffer aus Niedersachen eh als „Freund ergebnisorientierter Messwerterfassung“, ein deutlicheres Urteil ist unter NaWis kaum möglich.

    • Dessen bin ich mir natürlich bewusst. Zu behaupten, es gäbe überhaupt keinen Zusammenhang zwischen Egoshootern und Gewalt, wäre zu oberflächlich und kurzsichtig, jedoch lässt sich der Software auch nicht anlasten, wenn der User psychisch defizitär ist.

      • Karl Müller sagt:

        Nein, natürlich nicht!

        Die „Softwareverteufler“ sind aber eh nicht besonders an Fakten interessiert!

    • “Freund ergebnisorientierter Messwerterfassung”

      Entzückender Ausdruck. Den merke ich mir. Pfeiffer betreibt mMn. „post-normale“ Wissenschaft. D.h. er stellt eine Theorie auf und forscht nur in diese Richtung, wobei er alles, was nicht in seine Theorie passt, verwirft oder gleich ignoriert.

      http://en.wikipedia.org/wiki/Post-normal_science

      Das hat natürlich nichts mit seriöser Forschung zu tun, sondern mit „Glauben“.

      • Karl Müller sagt:

        Ja, der Pfeiffer aus Nds. ist leider an der eigenen Hybris gescheitert, und an den Leuten die solcher „Ergebnisse“ nur allzu gern hören wollen.
        Den sollte man aber nicht mit dem Ballistiker aus Bremen verwechseln, letzeren hab ich mal auf einem Lehrgang gehört.

  5. Ballistiker sind aber Wissenschaftler und forschen ergebnisoffen um Grundlagenwissen zu erlangen. Der Christian Pfeiffer mit seinem Kriminologischen Institut Niedersachsen „forscht“ um seine absurden Thesen zu bestätigen. Leider wird er noch allzuoft von den Medien ans Mikrofon oder vor die Kamera geladen um seinen Unsinn zu verbreiten.

    An der Stelle würde ich mir dann lieber den Pfeiffer aus Bremen wünschen 😉

    • Karl Müller sagt:

      Mir auch, nur wird dessen Arbeit weder der waffenfeindlichen Presse noch dem AAW wirklich gefallen.
      Dafür ist es kein Voodoo, wie bei dem selbstreferentiellen Niedersachsen.

  6. Karl Müller sagt:

    Zum Glück zählen für die Gefahrenabwehr und deren Rechtsgrundlage Fakten.
    Natürlich muss damit auch jeder dieser Realitätsverweigerer konfrontiert werden.
    Wenn z.B. Herr Gall solchen „ballistsichen Unfug“ verbreitet, dann stehen seine Einlassungen im Widerspruch zu den einschlägigen ballistischen Fakten.

    Warum dann ausgerechnet das BL Bremen ihn unterstützt, mit der Gegenmeinung im Haus kann ich nicht nachvollziehen. Außer natürlich die dortige Lokalpolitik wollte garnicht wissen wie der Stand von Forschung und Technik überhaupt ist!

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