US-amerikanische Polizei: Gutmenschenthesen VS. Realität

Immer wenn ein US-Polizist auf jemanden schießt, entbricht die selbe sinnbefreite Endlosdebatte über die bösen Amibullen, die angeblich ohnehin allesamt nur rassistische Rambos sind.

Dass es dort in vielen Städten eben nicht so beschaulich zugeht wie in der Düsseldorfer Einkaufspassage bei Escada, will man dabei oft nur halbherzig zugeben, denn das schmälerte ja den allseits beliebten Amerikahass derer, die zwar gerne viel reden aber auch ebenso wenig Ahnung vom Thema haben.

Gangs wie Mara Salvatrucha (MS-13, eine sich mit der Bande „18“ im Krieg befindende Gang. Gegen beide wirken die Hells Angels nur wie ein Haufen ungezogener Lausebengel), Bloods, Crips und andere paramilitärische Organisationen spielen sich da keine harmlosen Streiche, sondern liefern sich richtige Kriege mit Vollautomaten, Sprengstoff und Terrorakten, die kein pseudocooler Gangsterfilm auch nur ansatzweise realistisch darstellen kann.

Das Ghetto dort ist kein Sammelhort von Hiphoppern, die den ganzen Tag nur grillen, kiffen, coole Sprüche ablassen und die neuesten Klamotten tragen, das Ghetto ist ein mehrere Quadratkilometer großer Mix aus Kriegsgebiet, Drogenumschlagplatz, Bordell und Friedhof.
Wer dort geboren wird, hat oft selten eine große Wahl was die Zukunft betrifft: Man lebt in der Gang und wird in der Regel nicht älter als 25, weil man an einer Kugel oder an einer Überdosis stirbt.
Vorbilder gibt es keine wirklichen, der Traum vieler Kinder ist, ein erfolgreicher Dealer zu werden oder möglichst viele Mitglieder der feindlichen Gangs zu töten, bevor es einen selbst erwischt – hier wird nicht über Unisextoiletten oder gendergerechte Ausdrücke debattiert, hier wird man erschossen, weil das Shirt die falsche Farbe hatte oder weil man einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort war.

Die meisten der dort lebenden Menschen leiden sehr unter dieser Situation, dennoch wollen viele weiterhin dort leben, weil sie zu ihrer Heimat einen gänzlich anderen Bezug haben, als die deutschen Wohlstandsrebellen, die beim Terminus „Heimat“ nur reflexartig an vergaste Juden denken und sich eine neue Bombardierung Dresdens herbeisehnen.

Eine Polizei, die dieser Situation seit Jahrzehnten ausgesetzt ist, wird nicht lange überlegen oder debattieren, wenn jemand in einer dunklen Seitengasse, trotz der Aufforderung die Hände zu heben, nach hinten an den Hosenbund fasst – ob die verdächtige Person da ein Päckchen Tempos oder eine Mac-10 rausholen wollte, sieht man dann, wenn die Spurensicherung kommt, denn wer zuerst zieht, lebt am längsten.

Da überwiegend Schwarze und Latinos in Bandenkriege verwickelt sind, ist es auch keine große Überraschung, dass es unter diesen Ethnien die meisten Toten gibt – was auch den Tod durch eine Polizeikugel beinhaltet.
Das ist kein Rassismus, sondern eine schlichte demographisch bedingte Gegebenheit.

Das selbstherrliche Philosophieren deutscher Gutmenschen über einen Alltag, den sich diese Debattanten nicht in ihren grässlichsten Alpträumen ausmalen könnten, ist weder intellektuell noch philanthrop, sondern einfach nur oberflächlich und herablassend.

Zweifelsohne ist die Polizei in den USA seit einiger Zeit nicht grundlos Ziel von Anfeindungen, jedoch ist auch nicht jeder erschossene Dunkelhäutige ein Opfer von Rassismus, so wie es die Debatte um Diren D. oder Tayvon Martin darzustellen versucht.

Diese Videos vermitteln einen kleinen Einblick in das Leben und Sterben auf der Straße:

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5 Kommentare zu “US-amerikanische Polizei: Gutmenschenthesen VS. Realität

  1. Mit den Suchworten „gangland s.1“, „gangland s.2“, usw. findet man bei Youtube eine komplette Dokumentationsserie über das ausufernde Bandenwesen in den USA. Dagegen wirkt das organisierte Verbrechen in Deutschland tatsächlich fast harmlos.

    Ein Großteil der ~10.000 jährlichen Schußwaffentoten in den USA geht tatsächlich auf das Konto von Bandenkriegen. (Die ~20.000 Schußwaffensuizide unterschlage ich mal, da das Tatmittel beim Suizid keine Rolle spielt und die Suizidrate in den USA auch nicht höher als der europäische Durchschnitt ist).

    Alleine „Tango Blast“, eine Gang, die sich vor allem in Houston (TX) und Umgebung ihr Unwesen treibt, hat rund 14.000 Mitglieder und alle sind kriminell, gewaltbereit sowie bewaffnet. Das ist aber nur die größte von ca. 20 großen und etlichen Dutzend kleineren Gangs. Im Großraum Los Angeles sollen sich laut FBI über 140.000 Gangmember rumtreiben. Diese Verbrecher kennen nichts anderes als Mord, Totschlag, Raub, Diebstahl, Drogenhandel, Drogenkonsum und natürlich die „Verteidigung“ ihres Territoriums gegen andere Gangs.

  2. […] veröffentlicht auf Semper Fidelis:Immer wenn ein US-Polizist auf jemanden schießt, entbricht die selbe sinnbefreite […]

  3. JanCux sagt:

    „wer schneller zieht, ist später Tod“

    Wer Polizeigewalt in die Öffentlichkeit zehrt will nur von den wirklichen Problemen ablenken. Auch in Deutschland gibt es Polizei „Gewalt“.
    Der Stellenwert der deutschen Polizei in der Bevölkerung ist auf einen sehr niedrigen Niveau gesunken. Warum ist das so? Darüber sollten wir uns Sorgen machen. Aber das Warum und wie ändern, darüber machen sich die Politiker keinen Kopf drum. Die „Eliten“ haben ihre, meist Privaten, Personenschützer und der Dummmichel kann zusehen wie er seinen Arsch rettet….ich kann nur noch kotzen !

    • Das liegt daran, dass diejenigen, die früher Steine und Brandsätze auf „die Bullenschweine“ warfen, jetzt selbst Politiker sind.
      Sie haben ihr eigenes System pervertiert und verraten, sitzen in Aufsichtsräten, lassen sich von bewaffnetem Sicherheitspersonal schützen und fliegen mit dem Helikopter statt Rad zu fahren – dabei wollten sie doch nur Weltfrieden und good vibrations.

      Um nicht bei jedem Blick in den Spiegel einen Kotzkrampf zu bekommen, müssen sie einen Sündenbock finden und da taucht wieder das alte Feindbild auf: die Bullensau von früher – der zeigt man es jetzt mit der geballten Macht der Partei.

      Praktischerweise führt das Forcieren der Polizei in eine Ohnmachtshaltung (politisch korrekte Knebeleien, Streichung von Geldern, etc.) automatisch zu Chaos, welches sich dann wieder politisch verwursten lässt – mit viel Pathos biedern sich die zu waschechten Soziopathen gemauserten Hippies als heldenhafte Löser jedweden gesellschaftlichen Problems an, man muss ihnen nur seine Seele verkaufen, dann bekommt jeder gottlose Sünder 30 Silberlinge aus der Parteikasse.

  4. […] Originalartikel:  Semper Fidelis Share. Twitter Facebook Google+ Pinterest LinkedIn Tumblr Email […]

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