Ganz schön ruppig, der Jörg

Jörg Rupp, seines Zeichens „grüner Politiker“, machte kürzlich einen Busfahrer arbeitslos und kokettiert nun noch eitel mit seiner Aktion.
Enzkreis (to). Ein Busfahrer aus dem Enzkreis, der im Dienst ein T-Shirt mit Thor-Steinar-Emblem getragen hat, ist fristlos entlassen worden. Der Mann hat am Montag abgelehnte Asylbewerber zum Baden-Airport gefahren und dabei ein T-Shirt einer Marke angehabt, die in rechtsradikalen Kreisen sehr beliebt ist.

 
Mitglieder der Organisation „Forum Freiburg“, die gegen Sammelabschiebungen demonstrierten, haben den Mann fotografiert und das Bild ins Internet gestellt. Grünen-Politiker Jörg Rupp aus Malsch hat daraufhin das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe aufgefordert, dem Busunternehmen aus Engelsbrand den Auftrag für die Abschiebefahrten zu entziehen. Das Busunternehmen reagiert bestürzt auf den Vorfall und hat sich laut Betriebsleiter Wolfram Vögele von rechtsextremem Gedankengut distanziert und zugesichert, dass sich ein solcher Fall nicht wiederholen wird. Der Busfahrer selbst sagt, er habe das T-Shirt nicht mit rechtsradikaler Gesinnung in Verbindung gebracht.
(Quelle: BNN, vom 28.8.15, Südwestecho)

Hier geht es schlicht um den Vorwurf einer gewollten, korrelativen Verbindung zur industriellen Schlachtung von 15 Millionen Menschen und einem Weltkrieg, welcher ganz Europa und andere Kontinente in einen Friedhof verwandelte.
Das bewegt sich qualitativ nicht nur auf einer ganz anderen Ebene als ein mehr oder minder ausgeprägter Unmut, welcher auf mangelhafte Kundenbetreuung im Dienstleistungssektor hinzuweisen gedenkt, das ist ein völlig anderes Genre.

Lassen Sie sich das auf der Zunge zergehen, Herr Rupp und denken Sie nochmal ganz scharf darüber nach, was Sie da anstellten: Sie beendeten die berufliche Karriere eines Busfahrers, weil er ein T-Shirt trug.
Er machte sich des Verbrechens schuldig, das Shirt eines Herstellers zu tragen, welches, zugegeben, auch gelegentlich von Sympythisanten zweifelhafter Gruppierungen getragen wird.
Das ist „guilt by association“ und die primitivste Form des ad hominems, die einem mangels schlüssiger Argumentationsketten nur einfallen kann.

Es spielt keine Rolle wie auch immer Sie vorgingen – Sie sind der Auslöser und Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass der Mann jetzt arbeitslos ist.

Sie gehen sogar noch einen Schritt weiter und verweisen auf die Nachlässigkeit des Busfahrers, sich nicht eindeutig vom ihm vorgeworfenen Tatbestand distanziert zu haben.
Also nicht nur der persönliche Angriff mittels „guilt by assicoation“, sondern auch noch „victim blaming“ – dem Vergewaltigungsopfer wird nun eine Teilschuld angedichtet, weil es nach Einbruch der Dunkelheit mit aufreizender Kleidung das sichere Heim verließ.
Das war ein sogenanntes Gleichnis, bevor Sie mir noch mit geschauspielerter Naivität unterstellen, ich würde einen vermeintlichen „Nazi“ als Vergewaltigungsopfer bezeichnen.

Der Busfahrer schwieg, weil es sein gutes Recht ist, sich nicht bei jedem griesgrämigen Sauertopf für sein Leben rechtfertigen zu müssen und deshalb um Absolution zu bitten – genau das unterscheidet nämlich eine faschistoide und inquisitorische Diktatur von einem freiheitlich orientierten Rechtsstaat. Grundrechte, you know?
Zivilisatorische Legasthenie ist keine Einbahnstraße und zu einem kooperativen Miteinander gehört auch ein Mindestmaß an Risikokompetenz – bei leisesten Anflügen von Bauchkribbeln gleich den Kopf abzuschlagen, schießt über das Ziel hinaus.

„Und der Zusammenhang zum Sinnspruch „La Vida loca“, den er wohl auf dem Shirt hatte, ist ebenfalls offenbar.“ – nach einer Suche auf Google fand ich diesen Zusammenhang sofort beim ersten Eintrag: Der Busfahrer ist offensichtlich ein Fan des Sängers Ricky Martin. Man muss dessen Liedgut nicht mögen, einem Busfahrer deshalb solche Probleme zu bereiten, halte ich aber für übertrieben, da hätten Fans von Rebecca Black bei mir die schlechteren Karten.

Letzten Endes kann der Busfahrer also durchaus ein Tunichtgut gewesen sein aber er markierte sich mit so einem Shirt selbst und wies sein Umfeld auf seine potentiell existente Unmündigkeit hin.
Trotz aller Bedenken aber kein Grund um mit der Kettensäge im Streichelzoo zu wüten und angesichts der Tatsache, dass Sie kein zertifizierter Mentalist sind, aberkenne ich Ihnen zudem kategorisch die Fähigkeit in die Gedankenwelt von Menschen blicken zu können oder anhand eines Textilproduktes eine komplette Psychoanalyse des Trägers zu erstellen. Wenn mich nicht fälschlich deucht, verfügen Sie generell nur über leidlich wenig Referenzen, also sollten Sie sich mit vermeintlicher Bildungssuperiorität ein wenig bedeckter halten, mein autodidaktischer Freund. Man ist auch keine Mondrakete, nur weil man ganz dolle hoch hüpfen kann.

Sie bagatellisieren, ja, heroisieren gar reflexartig Ihre Vorgehensweise während Sie die Reaktion aller Ihrer Kritiker mit profanen, teils vulgären Plattitüden herabwürdigen.
Den Irrglauben, über jedwede Kritik erhaben zu sein, haben Kinder in ihrer Trotzphase aber keine Politiker die ernstgenommen werden wollen.

Salbaderei ist keine Politik und jemandes Karriere wegen des Tragens eines T-Shirts bar jedweder illegaler Motivgestaltung zu zerstören, ähnelt schon frappierend dem Gesinnungsmonopolismus diverser bereits etablierter und – Gott sei´s gelobet – wieder verschwundener Regime aus den düsteren Etappen deutscher Geschichte.

Den Kampf gegen Rechts an einem Busfahrer mit dem „falschen Shirt am falschen Ort“ zu demonstrieren – really?

Stellen Sie sich mal gegen eine Meute, die Brandsätze auf ein Asylantenheim wirft oder platzieren Sie sich schützend vor der Polizei, wenn diese von der Antifa mit Pflastersteinen bombardiert wird, dann zollt die Gesellschaft Ihnen den Respekt den Sie verdienen, aber mit so einem an Peinlichkeit und Dreistigkeit kaum zu überbietenden Spucken ins Gesicht aller, die auch nur rudimentärste Kenntnis vom grundgesetzlich verbrieften Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit besitzen, ernten Sie nur Spott und Gelächter.

Das ist auch so eine Unsitte der Linksextremisten: Alle rechts der Kommunisten sind irgendwie alle die selben Nazis, gegen die, um diese zu beseitigen, jedwedes Mittel probat zu sein scheint.
Bei Linken hingegen muss in Milliarden haarfeiner Nuancen differenziert werden und im Zweifelsfall waren es immer nur verirrte Einzeltäter, die öffentlichkeitswirksam einen müden Rüffel bekommen und danach gefeiert werden, außerdem gäbe es ja nicht „die Linken“, denn die seien eher so eine lose gruppierte Gemeinschaft aus vielen Gruppen, deren Interessensgebiete sich nur gelegentlich überschneiden würden.

Wo bleibt hier eigentlich der Kampf gegen die, die Massenmörder wie Stalin, Mao oder Pol Pot glorifizieren?
Che Guevara hasste Homosexuelle, bezeichnete Schwarze als niedere Tiere, ließ Bücher verbrennen und politische Gegner hinrichten – eine linke Ikone eher zweifelhaften Rufes, wie ich meinen will.

Ach, ich vergaß, es ist ja nicht verboten diese Vebrecher anzuhimmeln oder deren Taten zu glorifizieren, bagatellisieren, euphemisieren oder historisch evidente Fakten um diese Personen, deren Anhänger oder deren Ideologie im Ganzen wie auch immer zu klittern.
Gegenfrage: würden Sie so eine minderattraktive Hakenkreuzflagge hissen, nur weil es Ihnen im Rahmen einer Legalisierung gestattet würde?

Wo bleibt bei den Verbrechen der roten Idole die so hyperpathetisch inszenierte Moral, an die sich die Grünen seit ihrer Gründung klammern?
Wer verurteilt endlich die systematische Ermordung von über 100 Millionen Menschen durch die Sozialisten ohne sich dabei ein süffisantes Grinsen verkneifen zu müssen oder fadenscheinige Euphemismen wie „tragische aber unvermeidliche Kollateralschäden des Klassenkampfes“ anzudeuten?

Nein, die Verbrechen der einen Verbrecher relativieren nicht die Verbrechen der anderen Verbrecher.
Sich aber als Dark Knight of Gotham City zu profilieren und den erstbesten Bürger anzuschwärzen, weil er kein 110%iger Mustergrüner zu sein scheint, ist eben genau das was Sie ja so theatralisch und selbstgerecht zu verurteilen vorgeben: eine kleinkarierte Petzliese, die sich an unbedeutenden Busfahrern abreagiert, weil ihr für die Konfrontation mit echten Nazis der Mut fehlt.

Kampf gegen Rechts?
Nicht so, old chap!
Nicht so!
Versuchen Sie es doch mal mit einer Ihres Berufsstandes würdigeren, adulteren, Methodik und bis dahin verinnerlichen Sie doch bitte auch die Worte unseres lieben Herrn Jesus Christus:“Wer von Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“

Und so schließt sich der Kreis aus Sünde, Stein und Steinar, gell, Herr Rupp?

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5 Kommentare zu “Ganz schön ruppig, der Jörg

  1. Super! Das kann ich nur unterschreiben.
    Darf ich diesen Beitrag auch auf G+ „teilen“?

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